SCHUFA-DataCollect

Gemeinsam gegen Doppelfinanzierung

Die SCHUFA Holding AG und PS‑Team bündeln ihre Kompetenzen in der Betrugsprävention. Mit der Datenbank DataCollect gehen sie gemeinsam gegen Doppelfinanzierung vor. Für Banken und Leasinggesellschaften wird die Finanzierung von Mobilien so zu einer sicheren Sache.

Ein umfassendes Risikomanagement zählt zu den zentralen Erfolgsfaktoren von Leasinggesellschaften und Finanzdienstleistungsinstituten. Allein schon wegen der regulatorischen Anforderungen im Euroraum reicht ein Schadenmanagement längst nicht mehr aus. Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ ist es in der Branche heute gang und gäbe, potenzielle Gefahren in den Blick zu nehmen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Frank Schottenheim, Director Financial Institutions bei PS‑Team: „Aus meiner langjährigen Erfahrung als Asset-Spezialist in Leasinggesellschaften weiß ich, dass hinter einer Doppelfinanzierung nicht selten eine wirtschaft-liche Schieflage auf Kundenseite steht. Wenn die Finanzierer dies frühzeitig erkennen, ergibt sich mitunter die Möglichkeit, mit dem Unternehmen ins Gespräch zu kommen, um an einem Strang zu ziehen und den Fall gütlich zu regeln. Zeit ist in diesem Fall Geld und hat schon so manche Geschäftsbeziehung auf lange Sicht gerettet.“

Eigentumsverhältnisse eindeutig klären

Zu einer schnellen Identifikation von Doppelfinanzierungen trägt PS DataCollect bei. „Wo wäre das Produkt besser aufgehoben als im umfangreichen Betrugspräventions-Portfolio der SCHUFA?“ so Frank Schottenheim. Die renommierte Wirtschaftsauskunftei bietet den Zugang zur Datenbank, die sich nach wie vor inklusive technischer Infrastruktur bei PS‑Team befindet, künftig unter dem Namen SCHUFA-DataCollect an. Damit können Leasinggesellschaften und Banken einschlägigen Finanzierungsbetrügereien effektiv vorbeugen. Eigentumsverhältnisse von mobilen Objekten lassen sich per Knopfdruck schnell und eindeutig klären.

Dabei greifen die Teilnehmer stets auf aktuelle Informationen zu. Je nach Objektart werden die Daten täglich beziehungsweise monatlich aktualisiert. Insgesamt deckt das Register heute ein Finanzierungsvolumen von rund sechs Milliarden Euro ab. Die Daten von mehr als drei Millionen Fahrzeugen und hochwertigen Objekten wie Maschinen und Büro-Equipment werden regelmäßig abgeglichen. Zahlreiche namhafte Banken und Leasinggesellschaften überspielen ihre Objektdaten an DataCollect. Sie profitieren unter anderem davon, dass sich der Prüfvorgang in die Unternehmenssoftware integrieren lässt.

 

Drei Fragen an Dr. Felix Lowinski,
Bereichsleiter Vertrieb bei der SCHUFA Holding AG

BLICK: Herr Dr. Lowinski, die SCHUFA hat ihr Leistungsspektrum zur Betrugsprävention um die von PS‑Team ins Leben gerufene Datenbank DataCollect erweitert. Weshalb?

Dr. Felix Lowinski: Ja, das ist eine berechtigte Frage. Denn in der Tat bieten wir mit Produkten wie der SCHUFA-GwG-Auskunft und dem SCHUFA-FraudPool unseren Kunden schon heute ausdifferenzierte Lösungen zur Betrugsprävention. Wir erweitern unser Angebot kontinuierlich und orientieren uns dabei natürlich am Bedarf unserer Kunden. Wir haben SCHUFA-DataCollect in unser Portfolio integriert, weil es perfekt in unser Leistungsspektrum passt und unseren Kunden hilft, ihr Risikomanagement zu optimieren. So ermöglichen wir Finanzierern beweglicher Objekte, Doppelfinanzierungen zu erkennen, bevor es zu spät ist. Damit schließen wir eine Sicherheitslücke bei unseren Kunden.

BLICK: Worin sehen Sie den zentralen Nutzen von SCHUFA-DataCollect?

Dr. Felix Lowinski: Vermeidbare Risiken sind teuer. Insofern steckt in dem neuen Sicherheitsfeature ein hohes Einsparpotenzial. Indem unsere Kunden Doppelfinanzierung frühzeitig erkennen, vermeiden sie zusätzliche Kosten durch unsichere Eigentumsverhältnisse. Da die Datenbank vom Datenaustausch der Teilnehmer lebt, wächst das Volumen an verfügbaren Informationen ständig.

 

Dr. Felix Lowinski

Bereichsleiter Vertrieb
SCHUFA Holding AG

BLICK: Im engeren Sinne tritt also weder die SCHUFA Holding AG noch PS‑Team als Datenlieferant auf?

Dr. Felix Lowinski: Genauso ist es. Die im Rahmen von SCHUFA-DataCollect gemeldeten Informationen werden nicht bei der SCHUFA gespeichert. Wir stellen gemeinsam mit PS‑Team die technologische Infrastruktur zur Verfügung, die für den Datenaustausch erforderlich ist. Zudem koordinieren wir die Integration neuer Teilnehmer sowie sämtliche Prozesse – von der Dateneingabe bis zur Abstimmung von Verdachts- und Schadenfällen. Die Daten selbst stammen von den Teilnehmern – ein Geben und Nehmen und letztlich ein Gemeinschaftswerk der Finanzindustrie – also ganz nach dem bewährten SCHUFA-Prinzip!