Internet der Mobilität

Komfortable Mobilität und Umweltschutz ergänzen sich. Mit dem Forschungsprojekt „SD4M – Smart Data for Mobility“ schafft das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft eine Datenplattform für innovative Verkehrskonzepte. Für PS‑Team ist Innovationsmanager Denis Herth mit dabei.

„In Paris hat es seit Jahrhunderten viele Revolutionen gegeben. Aber heute ist die schönste und friedlichste aller Revolutionen vollbracht worden, die Revolution für den Klimawandel“, verkündete der französische Ministerpräsident Francois Hollande nach der Weltklimakonferenz Ende 2015 in Paris.

Allein: Ziele zu definieren (die Erderwärmung darf 2 °C nicht übersteigen) ist das eine, sie umzusetzen das andere.

Im Vergleich mit Europa hat das smoggeplagte China ganz andere Probleme: An manchen Tagen ist die Luft in Peking so dick, dass es gar nicht richtig hell wird. An solchen Tagen darf nur die Hälfte der Autos fahren, wenngleich neben dem steigenden Individualverkehr vor allem die Schwerindustrie für das trübe Klima verantwortlich ist. Die Verwaltung plant nun, städtebaulich für Frischluft zu sorgen: Schneisen in der Stadt, sogenannte Lüftungskorridore, sollen für Durchzug sorgen und die Luftverschmutzung so reduzieren.

Vernetzung der Dinge schreitet voran

In Europa kann man die Umsetzung der Klimaziele etwas gelassener angehen. Neue Mobilitätskonzepte in Verbindung mit Big Data sollen den Komfort erhöhen und den CO2-Ausstoß reduzieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Vernetzung von Geräten, deren Menge das Analystenhaus Gartner für das Jahr 2016 auf 6,4 Milliarden schätzt.

Allerdings tut die Öffentlichkeit gut daran, sich von den digitalisierten Geräten – etwa vom autonomen, webfähigen Auto – nicht förmlich überrollen zu lassen: Die Behörden müssen Haftungsfragen, den Datenschutz und weitere sich aus den innovativen Technologien ergebende Themen rechtlich klären.

Zudem muss ein Rahmen für datenbasierte Mobilitätskonzepte entwickelt werden. Dazu hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Projekt „SD4M – Smart Data for Mobility“ aufgesetzt. Ziel ist es, ein Ökosystem für multimodale Smart Mobility Services zu schaffen. Aufgrund seiner Expertise im Bereich Mobilität und Datenmanagement wurde PS‑Team eingeladen, an dem Forschungsprojekt teilzunehmen. PS‑Team-Innovationsmanager Denis Herth beteiligt sich an der Initiative.

Das Projekt soll es erleichtern, Geschäfts- oder auch Privatreisen nicht mehr nur mit dem Pkw, sondern mit einer intelligenten Kombination von Verkehrsmitteln zurückzulegen: öffentlicher Personennahverkehr, Carsharing, Bahn, Flugzeug und Taxi – wie es individuell am praktischsten ist. „Die Verkehrsträger sind noch nicht ideal vernetzt“, so Denis Herth. „Spontane Änderungen im Reisevorhaben können nicht berücksichtigt werden und sehr viele Streckenabschnitte sind nach wie vor mobiles Brachland. Das soll SD4M ändern.“

Big Data für intelligente Mobilität

Dazu sammelt das Konsortiums Daten auf einer Big-Data- Analytics-Plattform: Verkehr, Wetter, Großveranstaltungen, Daten aus sozialen Netzwerken. Dieser Datenpool soll dann um Informationen der Mobilitätsanbieter – etwa Fahrpläne – erweitert werden. Aus den aggregierten, veredelten und verknüpften Daten lassen sich Services entwickeln – vom Internet der Dinge zum „Internet der Mobilität“. Die Plattform würde ganz unterschiedlichen Anbietern ermöglichen, eigene Dienstleistungen zu entwickeln.

 

Dazu meint Denis Herth: „Die Plattform SD4M könnte in der Zukunft von jedem denkbaren Anbieter genutzt werden, der daraus etwa eine App bauen möchte, um sie seinen Kunden zur Verfügung zu stellen. Fuhrparkmanagementgesellschaften, Carsharing-Unternehmen, öffentliche Verkehrsbetriebe, Kommunen, aber auch Fuhrparkbetreiber können aus den vorbereiteten Daten aus SD4M Apps entwickeln, die in unterschiedlicher Weise eines zum Ziel haben: Geschäftsreisen für den einzelnen Reisenden effizient und komfortabel zu gestalten.“