Donnerstag, 26. Juli 2018

WLTP: Hinweis für unsere Kunden

Lieferschwierigkeiten und verzögerte Zulassung: Neues Prüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) setzt Autohersteller unter Druck.


Der Kraftstoffverbrauch sowie der Abgasausstoß von Autos werden in der EU künftig einheitlich nach dem Verfahren WLTP („Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“) gemessen. Die Einführung des neuen Standards erfolgt schrittweise. Bereits seit dem 1. September 2017 erfolgt eine Typgenehmigung für neue Pkw-Typen in Europa nur noch dann, wenn Ergebnisse nach dem neuen Prüfverfahren vorliegen. Ab dem 1. September 2018 müssen für alle neu zugelassenen Pkw zertifizierte WLTP-Messungen vorliegen. Der neue Standard löst den bisherigen Prüfzyklus NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ab.

Was bedeutet die Umstellung für Autohersteller?

Für viele Autohersteller hat diese Gesetzesänderung verheerende Auswirkungen, denn nicht nur neue Modelle benötigen eine neue Zulassung. Auch alle alten Modelle, die als Neuwagen bestellt werden können, benötigen eine angepasste Typzulassung. Erschwerend kommt hinzu, dass dies nicht nur jede Motorisierung betrifft, sondern jeden Fahrzeugtyp, da Ausstattung, Bereifung, Gewicht, usw. Einfluss auf die Emissionswerte eines Fahrzeugs haben.

Erst, wenn ein Fahrzeughersteller sichergestellt hat, dass die von ihm angebotenen Fahrzeuge dem WLTP-Standard entsprechen, kann er eine offizielle Zulassung beim Kraftfahrt-Bundesamt beantragen. Aufgrund der Vielzahl an Fahrzeugmodellen wird es noch Monate dauern, bis alle Fahrzeuge eine neue Typisierung erhalten haben.

Was bedeutet das für Sie, unsere Kunden?

Es ist anzunehmen, dass alle Fahrzeuge, die nach NEFZ typisiert sind, noch bis Ende August zugelassen werden. Durch diesen Umstand ist auf viele Zulassungsbehörden ein Sturm entstanden, der die Behörden seit Monaten an ihre Kapazitätsgrenzen bringt. Zulassungen werden aktuell nur mit großer Verzögerung bearbeitet.

Gleichzeitig sind die Prüfstände seit Monaten ausgelastet, weshalb viele bestellte Wagentypen nicht nach dem neuen Standard geprüft werden können. Die Folge: Der Bestand abgestellter und produzierter Fahrzeuge, die nicht ausgeliefert werden können, weil sie nicht zugelassen werden können, ist immens und verringert sich nur allmählich. Vereinzelte Modelle wurden vorübergehend aus dem Angebot der Fahrzeughersteller genommen und können nicht mehr bestellt werden. So und durch den Einsatz von Zeitarbeit soll verhindert werden, dass die Bestände noch weiter anwachsen.

Die Lieferverzögerungen der Hersteller und der Stau auf den Zulassungsstellen werden noch anhalten. Wir vermuten, dass uns das Thema noch etwa acht bis zehn Monate begleiten wird.