Mittwoch, 30. November 2016

Fraud Prevention: Fortschritte auf internationaler Ebene

Am 15. November 2016 lud die Leaseurope zur zweiten Konferenz „Fighting Fraud in the Leasing Industry“ nach Brüssel. Wie bereits im letzten Jahr hat PS‑Team die Veranstaltung unterstützt. Stephan R. Peters, Head of Business Area Development Fraud Prevention des PS‑Team-Kooperationspartners SCHUFA Holding AG, zeigte die Gefahren der Doppel- und Luftfinanzierung für die europäische Leasingbranche auf.


Als Einstieg in die Anti-Betrugs-Konferenz in Brüssel stellte Evert-Jan Lammers, Präsident der IFA (Institute of Fraud Auditors Belgium), die Ergebnisse einer Umfrage unter den rund 50 Teilnehmern vor. Mehr als 45 Prozent der Befragten nannten Mehrfachfinanzierung als eine der Hauptursachen für betrugsbedingte Ausfälle in ihren Organisationen. Zentrale Herausforderungen in der Betrugsprävention seien ferner die Digitalisierung (77 Prozent), ein Mangel an branchenweiter Zusammenarbeit (72 Prozent) und ein unzureichender bzw. fehlender grenzübergreifender Informationsaustausch (71 Prozent).

PS DataCollect als Beispiel für eine gute internationale Zusammenarbeit

Sehr effektiv greife diese Herausforderungen das Asset-Register PS DataCollect auf, so SCHUFA-Betrugsexperte Stephan R. Peters: Der Datenabgleich über das Register zeige beispielhaft, wie Banken- und Leasinggesellschaften international, über Branchengrenzen hinweg zusammenarbeiteten. In seinem Vortrag „Betrug ist grenzenlos, aber ist es auch die Betrugsprävention?“ arbeitete er allerdings heraus, dass die europaweite Betrugsbekämpfung noch vielfach mit Hindernissen zu kämpfen hat. Großbritannien führte er als Benchmark an, wie man es besser machen kann. Der öffentliche und der private Sektor arbeiten im Kampf gegen Kriminalität Hand in Hand. Im Zentrum steht der hervorragend vernetzte Fraud-Verband CIFAS.

Dr. Pero Micic, Board Member Future Management Group AG, ließ die Teilnehmer nach vorne schauen und entwarf ein plastisches Bild von Kriminalität und Betrugsmustern der Zukunft. Sowohl die Digitalisierung im Allgemeinen als auch speziell das Internet der Dinge werden sich Kriminelle zunutze machen. Schon heute ist es möglich, Flugzeuge datengesteuert zu entführen oder Drohnen von der Größe einer Mücke mit Gift auszustatten und für Attentate einzusetzen. Mit diesem weiten Bogen appellierte er an die Teilnehmer der Konferenz, sich auf ganz neue, nicht vorhersehbare Betrugsmuster einzustellen und mit wachen Antennen auch auf den ersten Blick kuriose Entwicklungen auf ihr Gefahrenpotenzial hin zu überprüfen.

Internationaler Datenaustausch: Leaseurope kündigt konkrete Schritte an

Mit der ersten Fraud-Konferenz Ende vergangenen Jahres, dem Betrugs-Podium auf der Annual Convention Leaseurope/Eurofinas Anfang Oktober in Athen und der aktuellen Konferenz im November in Brüssel demonstriert die internationale Leasingbranche ihren Willen, Betrug kontinuierlich und mit Nachdruck zu bekämpfen. Leon Daehne, Directeur Général Leaseurope, betonte zum Abschluss der Veranstaltung, dass Branchenvertreter auf europäischer Ebene zusammenarbeiten müssen. Er kündigte an, Anfang 2017 konkrete Maßnahmen zu initiieren. Schon heute ist klar, dass der Austausch von Informationen dabei eine entscheidende Rolle spielen wird. Es gelte, die Möglichkeiten der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Ohne einen internationalen Datenaustausch bleibe das gemeinsame Risikomanagement immer „Stückwerk“ und biete Betrügern Schlupflöcher, die es zu schließen gelte.

Frank Schottenheim, Director Business Unit Financial Institutions bei PS‑Team: „Brüssel hat einmal mehr gezeigt, dass die Botschaft von PS DataCollect angekommen ist: Wir brauchen einheitliche Strukturen für den internationalen Austausch objektbezogener Daten. Je mehr Teilnehmer unser Asset-Register einsetzen, desto sicherer wird die Finanzierung und das Leasing von Objekten aller Art in ganz Europa.“